zu Goethes „Murrhardt Stadtkirchenorgel“

Hierzu haben wir einige Kommentare erhalten.

Ein ganz wichtiger Kommentator hat mich allerdings überzeugt: Die Arbeiten der Firma Kreisz in den Jahren 2001 wurden in Murrhardt sehr begrüßt – uns, der Firma Walcker kam es allerdings spanisch vor, dass keinerlei Rückfrage zur Erbauerfirma stattgefunden hat. Aber das bleibt der Rangfolge an weiteren Fragwürdigkeiten, die uns der Sachverständige und das Murrhardter Pfarramt serviert haben als kleinstes Problem übrig.

Hier der Artikel der Murrhardter-Zeitung aus 2001

Kreisz hat, wie im beigefügten Artikel der Murrhardter Zeitung zu entnehmen ist, eine Summe von DM 135.000,– erhalten. Eine Riesensumme an Spendengelder, die praktisch 20 Jahre nach Erbauung der Orgel flossen, um dann keine zwanzig Jahre später erneut mit Abbau der Orgel als vergebliche Liebesmüh gezeitigt zu werden, indem  die Besorgnisse der Kirchenspender in  den Müll getütet wurden. Eine Verschwendung, die uns sprachlos macht.

Was für eine arrogante und maßlos gewordene Kirche soll hier noch Glaubwürdigkeit verbreiten? Das ist die Frage, welche uns beim Anblick der Murrhardter Geschehnisse umtreibt.

In der heutigen Zeit, wo wir besorgt auf die ausgebeutete und erschlagene Natur blicken, sinnbildlich gedeutet auf den schönen Murrhardter Wald, und hier bei der Bornefeld-Orgel deuten wir auf den massiven Eichenprospekt. Soweit ich mich erinnere wurden mehr als 4cbm Eiche verschafft. In einer Zeit, in der die Probleme ganzer Weltteile auf uns einstürzen und wir unsere christliche Ethik nur noch wahren können, wenn wir eiserne Disziplin walten lassen.

Und hier im kirchenmusikalischen Hinterland wird ein Tanz ums Goldene Kalb vollführt, wie wir es nie zuvor in dieser Gleichgültigkeit erlebt haben, gespickt mit tollen Kommentaren vom Bauamt und Sachverständigen, die alle nur eins gemein haben, nämlich ihre Hände in Unschuld waschen  zu wollen. Weil ja ein maßloser Spender gewissermaßen die christliche Ethik mit Geld zuschüttet.

So fragt mich ein Orgelbaumeister: Wer hat denn die Arbeit von Kreisz befürwortet und abgenommen?

Müssen den Spendern nicht die 135.000,– DM zurückgezahlt werden? Oder handelt es sich um einen stillschweigenden Betrug, an den wir uns halt schon lange gewöhnt haben?

Das sind die Fragen, die hier aufgeworfen wurden, während mich persönlich die ökologische Verantwortungslosigkeit mehr als genug umtreibt. Denn wie soll man jemandem Lösungsmöglichkeiten um die Tragödie um den Plastikmüll im Pazifik erläutern, während hierzulande komplette Riesenorgeln ein paar Geschmacksnuancen  wegen entsorgt werden.

gwm

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