{"id":418,"date":"2018-06-30T09:06:31","date_gmt":"2018-06-30T09:06:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.walcker.com\/?p=418"},"modified":"2018-09-29T23:38:40","modified_gmt":"2018-09-29T23:38:40","slug":"unesco-orgelbau-jetzt-die-kommerzialisierung-und-der-kitsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.walcker.com\/?p=418","title":{"rendered":"UNESCO Orgelbau, jetzt die Kommerzialisierung und der Kitsch"},"content":{"rendered":"<p>So manches Tr\u00fcffelschwein hat schon sehr tief in den weichen Kulturhumus seine Nase stecken m\u00fcssen, um\u00a0 ein klitzekleines Goldst\u00fcckchen entdecken zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>So nun auch geschehen von den geradezu Orgelbauer J&amp;B, die zun\u00e4chst eine Buchplanung auf alle deutschen Orgelbauer losgelassen haben.<\/p>\n<p>Der Titel <strong>&#8222;Die Kr\u00f6nung des Deutschen Orgelbaus&#8220;<\/strong> l\u00e4sst B\u00f6ses ahnen. Man rechnet mit rund 50 verwirrten Orgelbauern, die dort ihre bezahlten Anzeigen, per St\u00fcck 700,&#8211;Euro, aufgeben, und, dass somit ein nettes Betr\u00e4gchen von 35.000,&#8211;Euro zusammen kommt. Die inserierenden Orgelbauer bekommen daf\u00fcr 2 Exemplare. Das Zugpferd, die Anzeige der Orgelbauer &#8222;Klais&#8220; wurde mal vorab in die Verz\u00fcckungsspitze der organalen Buchhandels eingebaut und soll dem Tross der gekr\u00f6nten Orgelbauh\u00e4upter als Richtlinie dienen. VOD, GDO und BDO sollten in Schamr\u00f6te erstarren, dass sie sich f\u00fcr solch einen Lumpenhandel hergeben und sich f\u00fcr irgendwelche Vor- und Nachworte im J&amp;B Werbeprospekt bereit erkl\u00e4rt haben.<\/p>\n<p>Drei Tage nach Buchank\u00fcndigung heizt J&amp;B das Jahrmarktstreiben um die ORGEL-UNESCO-Geschichte weiter an, indem nun die &#8222;WANDKACHEL UNESCO&#8220; in zwei Versionen auf den Markt geworfen werden (Preise f\u00fcr die Kacheln liegen zwischen 58,&#8211; und 126,&#8211; Euro). &#8222;Immaterielles Kulturerbe&#8220;: Wissen, K\u00f6nnen, Weitergeben. Eine peinliche Theaterveranstaltung, wo im Hintergrund der Kulturanspruch durch Kommerzialisierung zerrieben wird und das &#8222;Immaterielle&#8220; unmittelbar ins &#8222;Materielle&#8220; umschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Titel der UNESCO lautet &#8222;<strong>Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland als Kulturerbe<\/strong>&#8222;, und hier ist bereits der erste gravierende Fehler durch die Antragsteller und die UNESCO gemacht worden. Denn es h\u00e4tte sein m\u00fcssen &#8222;im deutschsprachigen Raum&#8220; und nicht in Deutschland. Damit w\u00e4re die d\u00fcmmliche Popularisierung auf nationale Begrifflichkeiten raus und der Blick auf Europa w\u00e4re freigehalten worden.<\/p>\n<p>Aber, dass daraus von einer Orgelbaufirma nun ein Zirkustreiben mit Schildchen und sch\u00f6nem Eigenlob entwickelt wurde, das schadet der Sache deswegen, weil der Anspruch absolut nichts mit einzelnen Firmen zu tun hat.<\/p>\n<p>Im Orgelbau ist es vergleichbar zur Literatur, Musik, Malerei, n\u00e4mlich so, dass wir heute t\u00e4tigen K\u00fcnstler oder Kunsthandwerker Zwerge sind, die auf den Schultern von Riesen stehen, die die Grundlage dieser Kultur geschaffen haben. Das Geschrei des Marktes hat in dieser Kultur nichts verloren, am wenigsten dort, wo noch stille Religion, Anmut und Anspruch auf tiefere Dimensionen herrschen.<\/p>\n<p>Also lasst sie bellen, die Hunde, die Karawane zieht weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So manches Tr\u00fcffelschwein hat schon sehr tief in den weichen Kulturhumus seine Nase stecken m\u00fcssen, um\u00a0 ein klitzekleines Goldst\u00fcckchen entdecken zu d\u00fcrfen. 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