{"id":159,"date":"2017-08-27T08:08:01","date_gmt":"2017-08-27T08:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.walcker.com\/?p=159"},"modified":"2017-08-27T08:39:36","modified_gmt":"2017-08-27T08:39:36","slug":"oscar-walcker-oder-wer-seine-eigene-bio-schreibt-ist-selber-schuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.walcker.com\/?p=159","title":{"rendered":"Oscar Walcker- oder wer seine eigene Bio schreibt ist selber schuld&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Erinnerungen eines Orgelbauers ist sein Buch, das allein in den letzten 4 Jahren rund 450 mal verkauft wurde. Der Mangel aber ist, wie sich an dem nachfolgenden Beispiel zeigt, dass umgestaltetes Zitiert-werden in Form von einem Interview, wie das immer wieder mal bei Praktikantinnen versucht wird, einer grausamen Verst\u00fcmmelung historischen Geschehens gleich kommt. Hier also haben wir wieder ein Musterbeispiel f\u00fcr den Gang in die Geschichte, der einem plattem Aufprall gleich kommt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.swp.de\/bietigheim\/lokales\/ludwigsburg\/vom-orgelbau-gefesselt-15623290.html\">http:\/\/www.swp.de\/bietigheim\/lokales\/ludwigsburg\/vom-orgelbau-gefesselt-15623290.html<\/a><\/p>\n<p>Die erste Unwahrheit steht direkt unter seinem Bild:\u00a0<em>Mit Oscar Walcker kam der technische Wandel in der Orgelbaufirma Walcker<\/em>. Abgesehen vom grammatikalischen Gewaltakt, der hier vollzogen wurde, sei hinterfragt, woher diese d\u00fcmmliche Weisheit stammt? Die Innovationen des Gro\u00dfvater Eberhard Friedrich die den Orgelbau in ganz Deutschland tief beeinflusst haben, werden schlichtweg unterschlagen und nun wei\u00df man, dass Praktikantinnen, die sich in Sch\u00f6nschreiben \u00fcben, besser nicht \u00fcber solche Feinheiten philosophieren sollten.<\/p>\n<p>Wer weiterhin dar\u00fcber informiert ist, dass der Slogan <em>&#8220;\u00a0mehr Sein als Scheinen&#8220;<\/em>\u00a0in sp\u00e4teren Jahren von der SS in Runen gesetzt wurde, der wird in solch einem Schreibst\u00fcck derartige (wenn auch gut gemeinte) Worte \u00a0nur zaghaft ins Gespr\u00e4ch bringen.<\/p>\n<p>Bei der Schwerpunktbildung des ersten Teils jenes seltsamen Interviews, der die <em>&#8222;strenge Erziehung&#8220;<\/em> zum Inhalt hat, werde ich gen\u00f6tigt zu glauben, dass die Verfasserin des St\u00fcckes \u00a0irgendein Problem mit sadomasochistischem Hintergrund hat. Zudem wird auf die Frage\u00a0<em>&#8222;War die strenge Erziehung auch der Grund, warum Sie es Ihrem Vater gleich taten und ebenfalls Orgelbauer wurden?&#8220;<\/em> die Antwort gegeben <em>&#8222;Mein Urgro\u00dfvater Johann Eberhard erlernte das Orgelmacher-Handwerk bei Johann Georg Fries in Heilbronn, einem Sch\u00fcler des ber\u00fchmten Heilbronner Orgelbaumeisters Johann Adam Schmahl.&#8220;<\/em> Also, sehr gute Lektoren haben die bei der Besigheimer.<\/p>\n<p>In der Tat ist diese Zeit sehr gut beleuchtet in dem Film &#8222;Das Wei\u00dfe Band&#8220;, das den aufkommenden Faschismus auf Grund jener verfehlten Erziehungsma\u00dfnahmen blo\u00dflegen konnte.<\/p>\n<p>Nein, Oscar Walcker war nicht vom Orgelbau gefesselt, wie die \u00dcberschrift dieses unn\u00f6tigen literarischen Konstrukts es uns weismachen m\u00f6chte, es wird gefesselt von solch unbedarften Konstrukteuren, die sich keinerlei M\u00fche machen, diese komplexen Zeiten der zwei Weltkriege und die lange Friedenszeit davor zu verstehen, gr\u00fcndlich zu analysieren und bevor man zu schw\u00e4tzen beginnt, sich erstmal den Geschmack der Zeit auf die Zunge zu ziehen. ( viermal Z, und jetzt ist Schluss)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen eines Orgelbauers ist sein Buch, das allein in den letzten 4 Jahren rund 450 mal verkauft wurde. 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