Dreimanualiger pneum. Spieltisch, Restaurierung (also in english)

Dieser III-manualiger pneumatischer Spieltisch mit einer sehr interessanten Koppelanlage in der sich 17 Koppeln offenbaren, die pneumatische Impulse in Mechanik überträgt, wodurch wiederum ein pneumatischer Impuls ausgelöst wird, hat uns in der Folge einige nachdenkenswerte Tage beschert (ohne an Weihnachten oder die Ukraine zu denken).

An diesem Foto sehen wir die Rückseite des Spieltisches, an der die Koppelanlage auch für spätere Regulierungszwecke zugängig wird.

Wir haben zum Beispiel zum III.Manual 10 Koppeln, die dort hinein wirken, was hier so gelöst wurde, dass auf entsprechenden Tönen 10 Holzringe angebracht sind, die von 10 unterschiedlichen Membranen gehoben werden können, was dann das entsprechende Ventil für das III.Manual hebt und den pneumatischen Impuls freigibt, der wiederum über Bleileitung an die entsprechende Windlade weitergegeben wird.

Ein großer Jammer war, dass alle die dafür erforderlichen Aludrähte (Abstrakten) direkt am Ventil durch Säureeinwirkung der Lederscheiben soweit zerstört waren, das diese Aludrähte bei kleinster Berührung abbrachen.

Hier war also zunächst gefragt

  • wie können wir schnellstmöglich die Aluabstrakten mit 2,4mm besorgen
  • wer kann die erforderlichen Gewinde zu humanen Preisen einwalzen
  • woher bekommen wir die erforderlichen Ventilscheiben

Punkt eins und zwei konnten in wenigen Tagen geklärt werden. Bei dem letzten Punkt habe ich mich entschieden einen Ortur-Laser zu besorgen und alle diese Kleinteile konnten somit in unserer Werkstatt gelasert werden (hat eine Menge Spaß gemacht, auch wenn das eine oder andere Teil zwei-dreimal gelasert werden mussten).

Anstelle der Pappe, wie in der ehemaligen Konstruktion haben wir Vielschichtplatten verwendet, wo das Gewinde sich wesentlich besser befestigt.

Beim dritten Manual müssen wir bis zu 10 Ringe auf einen Draht aufbringen, was sehr viel Geduld erfordert, andernfalls werden die Drähte sofort unwiederbringlich verbogen.

Aber auch beim II.Manual sind es noch bis zu 7 Ringe per Draht.

Anstelle Bälgchen, wie in einer älteren Walcker-Zeichnung aufgeführt, hat der Erbauer hier Membranen mit Holzplättchen verwendet, was durch die Keilwirkung denselben Hebeleffekt hat und gut das Gewicht der Aludrähte samt Plättchen hebt.

 

Links sehen wir das kurz vor dem Einbau stehende Relais des III.Manuals und rechts den Spieltischkorpus mit vier eingebauten Koppelbälgen und Membranreihen.

Hier möchte ich noch eine kurze Videosequenz zeigen, wo man die Membranen am Werk sieht, wenn solche Koppeldrähte angehoben werden: https://www.youtube.com/watch?v=8UAr20dpYNw

Und hier noch die beiden Registerstaffleien, die Disposition zeigend mit den angesprochenen Koppeln:

Hier noch eine kurze Videosequenz in der die Membranen samt Koppeldrähten in Aktion gezeigt werden:

Youtube : koppelsystem

 

III-manual pneumatic console with a very interesting coupling system that transfers pneumatic impulses into mechanics, which in turn triggers a pneumatic impulse.
We have, for example, for the III manual 10 couplers that act in there, which was solved here in such a way that on corresponding notes 10 wooden rings are attached that can be lifted by 10 different diaphragms, which then lifts the corresponding valve for the III manual and releases the pneumatic impulse, which in turn is passed on via lead to the corresponding windchest.
A great pity was that all the necessary aluminium wires (abstracts) directly at the valve had been destroyed by the acid effect of the leather discs to such an extent that these aluminium wires broke off at the slightest touch.
So the first question was
– how can we get the aluminium abstracts with 2.4mm as quickly as possible?
– who can roll in the necessary threads at a reasonable price?
– where can we get the necessary valve discs?
Points one and two could be solved within a few days. On the last point I decided to get an Ortur laser and all these small parts could thus be lasered in our workshop (was a lot of fun, even if one or the other part had to be lasered two-three times). Instead of cardboard, as in the former construction, we used multilayer boards, where the thread attaches much better.
For the third manual, we have to apply up to 10 rings to one wire, which requires a lot of patience, otherwise the wires are immediately bent beyond repair.
But even with the second manual, there are still up to 7 rings per wire.
Instead of bellows, as shown in an older Walcker drawing, the builder used diaphragms with wooden plates, which has the same lifting effect due to the wedge effect and lifts the weight of the aluminium wires together with the plates.

gewalcker

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