Bovesse (5) Zusammenbau

Das nachfolgende Foto zeigt den Zustand den wir bisher erreicht haben: ein spielfähiges Örgelchen, das mit all seinen Feinheiten und Unfeinheiten gehörig an den Nervenenden zupfte.

Denn wenn man zum Ausbau eines Ventils mehr als 4 Stunden Arbeitszeit beansprucht, dann zeigt das, dass die Konstruktion nicht ganz überzeugen konnte.

Wir sehen an dem obigen Foto das eingebaute Register Gedackt 8′.

Es werden nun folgen der Salicional 8 und der Prinzipal 8 (C-H als Holzpfeifen rechts und links) auch die Subbaßpfeifen C-H stehen rechts und links, während c-f‘ vom Gedeckt als Subbaß via Transmission geborgt werden.

Durch die Superkoppel bekommt die Orgel etwas angereicherten Diskant.

Eine interessante Geschichte verbirgt sich in dieser kleinen Orgel. So war das Instrument für eine Synagoge geplant, dann wurde es in Dortmund Reinoldi für rund zwei Jahre ausgeliefert und kam dann nach Bovesse/Belgien. Auf der Entwurfzeichnung ist Opus 1494 vermerkt (Horschbach), was anzeigt, das möglicherweise mehrere solche Orgeln gebaut wurden.

Hierzu zwei Dokumente:

Entwurfszeichnung für die Interimsorgel

Hier noch die Draufsicht auf die blank gefegte Windlade:

Windlade Opus 1444
Auszug aus dem Werkbuch

Die Orgel wird nun in der kommenden Woche weitgehend in unserer Werkstatt fertiggestellt. Ein größeres Problem war neben der unglücklichen Umstellung von der Westempore in den Chor in Bovesse, der Befall durch Holzwurm, der sich sehr stark bei den Holzpfeifen und temporär an Rost und Trägern bemerkbar machte. Hier mussten erhebliche Teile komplett neu gemacht werden.

Jetzt hoffen wir, dass wir unseren geplanter Termin am 12.März mit Anlieferung in Bovesse einhalten können.

gwm

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Bovesse (4) das Geheimnis der Walckerschen Keilbälgchen

Mir hat nie ganz eingeleuchtet, dass man nach Anfertigung solcher Bälgchen, einen Pressvorgang ansetzte, der mehrere Monate dauern sollte.

Wir haben auf diesem Bild links Bälgchen, die gerade aus dem Leimvorgang entlassen wurden und nun etwas bewegt werden, um dann gepresst zu werden. Rechts haben wir eine Handvoll Bälgchen, die einen Tag gepresst wurden und bereits etwas Spannkraft haben.

Anders als bei einem Zustand der Schwangerschaft, wo bei Mensch und Tier etwas heranwächst, tut sich beim Pressen gar nichts, außer dass etwas atmosphärische Einwirkungen stattfinden. Der Pressvorgang selbst aber bleibt statisch und dadurch sind dessen Einwirkung auf das Stück Material sehr gering.

Diese Einsicht bewirkte, dass wir durch verschiedene Versuche beim Pressen der Bälgchen Wege zu grundlegenden Verbesserung dieser Fertigungsmethoden fanden.

Zunächst möchte ich zeigen, dass wir durch eine an Einfachheit kaum zu verbessernde Pressvorrichtung gefunden haben:

Mit dieser Vorrichtung können wir von einem Bälgchen aufwärts bis zu rund 80 Bälgchen mit einer einzigen Zwinge pressen. Durch die vier freilagernden Alu-Rohre werden die Bälgchen in einer geraden Linie gehalten. Wichtig ist während des Pressvorgangs mäßige Wärme zuführen und den Druck nicht extrem werden zu lassen.

Nicht 2 Monate, nicht einen Monat, sondern nach zwei Tagen sind die Bälgchen in Form und können eingebaut und geprüft werden.

Bei der Bass-Melodiekoppel fanden wir 60 Bälgchen, die mit Darmleder bestückt waren und dieses Leder restlos verbraucht war. Dieses Darmleder ist extrem schwierig zu verarbeiten. Durch den Ausfall aller dieser Bälgchen wurde die Spielbarkeit des Pedals und teilweise des Manuals erheblich eingeschränkt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die neu zu bestückenden Bälgchen mit Ia amerk. havanna Spaltleder auszurüsten. Das sollte mehr Stabilität in diesen Spieltisch bringen.

Hier ein Blick unter die Manualklaviatur in den Bereich der Pedal- und Superkoppel.

Bei Kegelladen hat Walcker bis etwa 1905 Bälgchen unter die Kegel gesetzt, weswegen hier bei der Firma ein gewaltiger Bedarf an diesen Bälgchen entstand. Danach wurden ja vermehrt Ausstromsysteme verwendet, wo eigentlich nur die Relais und Koppeln mit Bälgchen ausgeführt wurden.

Bei Kegelladen wurden dann eigentlich nur noch Membranen unter die Kegel montiert, das war einfacher und billiger. Dagegen sehe man sich einmal die Liste von Saverne (Op 793 Bj 1897) an, welche Mengen an Keilbälgchen da verbaut wurden.

Die verschiedenen Bauformen und Maße gehen aus diesen beiden Zeichnungen hervor.

gwm 10.Feb.2019

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Bovesse (3) Spieltisch und mehr

Wieder ist eine Woche vergangen und wir sind tiefer in die Walckersche Pneumatik von 1908 eingedrungen. Einmal dadurch, dass man sich mit der Historie etwas auseinandersetzte und den nachfolgenden Artikel aus dem Walcker-Prospekt von 1902 sich zur Kenntnis brachte. Zum Zweiten natürlich dadurch indem man an markanten Stellen zu arbeiten hatte.

Hier in dem nachfolgenden kleinen Artikel wird die erste Walcker-Orgel mit Membranladen beschrieben (Stiftskirche Neustadt Weinstraße, Opus 522, III/40, Bj 1889) mit der Walcker sehr negative Erfahrungen sammeln durfte.

Auszug aus Walcker Prospekt von 1902

Dann möchte ich über meine Spieltischzeichnung auf verschiedene Elemente und Möglichkeiten der Bearbeitung bei dieser Orgel in Bovesse hinweisen. Diese Zeichnung ist im Maßstab 1:1 erstellt. Es war eigentlich ein kleines Kunststück das Ganze auf jpg-format und noch gut sichtbar hinzukriegen.

Es sei darauf hingewiesen, dass bei einer solchen Orgel, die über 100 Jahre kaum nennenswert überarbeitet wurde erhebliche Belastungen der Arbeit durch Einwirkungen auf das Material zu erwarten sind. So sind die Bleiröhren mit stark ermüdetem Material ausgestattet, was bei der Arbeit und jeglicher Bewegungen sich bemerkbar macht: die Röhren brechen schnell, Ausbau aus den Leisten wird sehr mühsam. Das trifft auch auf die Schrauben zu, die teilweise so stark verrostet sind, dass man sie mit normaler Schraubendrehung kaum aus ihrem Sitz bekommt. Hinzu kommt, dass das sehr weiche Eisen dieser Schrauben Probleme am Schraubenschlitz verursachen.

Hier ein Foto aus dem Spieltischbereich (Tastenrelais)

Schnell ist die Schraube auch in der Mitte abgebrochen und man beschäftigt sich mehr als einem lieb ist mit „Bergungsarbeiten“.

Noch schlimmer trifft die Oxidation bei den Ventilen und ihren dünnen Gewindedrähten zu (siehe obiges Foto). Hier trifft Leder(Gerbung) auf Messing, und das sind böse Zeichen dafür, dass kleinste Bewegungen zum Abbruch führen können. Die Farbe „Türkis“ auf solchen Metallen signalisiert, ganz anders als entspannter italienischer Himmel, hier höchste Gefahr.

Bei der mir bisher noch in allen Einzelheiten unerschlossenen Bass-Melodie-Koppel im Pedal haben wir die neue Erfahrung machen müssen, dass diese Bälgchen, die mit Darmleder garniert waren, allesamt restlos verdorben waren. Schon kleinste Bewegungen zeigen an, dass alle Bälgchen neu beledert werden müssen.

Wie zuvor muss auch hier wieder Darmleder verwendet werden, weil anderes Leder die Teilung und den Gang der Bälgchen nicht mitmachen würde. Das sind neue Leim- und Montagetechniken, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Hier noch ein paar Fotos zur Bass-Melodiekoppel, die wie eine fragende Sphinx auf uns einwirken:

Bassmelodiekoppel, links die Bälgchen, rechts Unterseite der Ventile
darunter die Oberseite mit den verschiedenen Ventilen
das untere Brett zeigt die Bohrungen, die von den Ventilen gesteuert werden, Was nicht sichtbar ist, das sind die Verfräsungen von Bohrung zu Bohrung. GottseiDank konnte ich eine Zeichnung zu dieser pneumatischen Maschine in meiner Digital-Sammlung ausmachen.

wie man an diesen Registerschaltern sieht, wurde die Bass Melodie später
hinzugebaut

auch die Tasten mussten neu unterlegt und ausgetucht werden

gwm

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Bovesse(2) – Membranlade, einige Gedanken

Wir sind beim Auspacken der Orgel ganz schön erschrocken, was da alles Mögliche zu Tage trat und was für gehörige Arbeitszeiten da wohl auf uns lauern.

Nun, das Problem an solchen Instrumenten ist, dass man ihre Schwächen und Leiden erst richtig erkennt, wenn man sie ganz und restlos auseinander genommen hat. Dann aber, spätestens, sollte man sich mit spitzen Stift hinsetzen und vom Rätselraten sollte man in eine Form von Deutung übergehen, was hier mal versuchsweise getan wird.

Bei Ausstromsystem wie hier in Bovesse, werden die Ventile unter den Pfeifen vom Wind entlastet, oder wie der Name schon andeutet, „der  strömende Wind ausgeschaltet“, damit die Funktion „Pfeife erklingt“  realisiert wird.

Ich habe das in den zwei nachfolgenden Bilder schematisch dargestellt. Wir haben also bei klingender Pfeife (Bild2) keinen Wind in der Membrane. Dieses Ventil wird durch den Pfeifenwinddruck aufgedrückt und damit, wie ich meine, ein sehr organischer Vorgang für die Klangerzeugung in Gang gesetzt.

Bild (1) Membranwindlade kein Ton gedrückt, Register ein

Bild (2) Membranlade Ton gedrückt, Register ein, Pfeife kann erklingen

Es gibt bei Walcker drei verschiedene Ausstromsystem: die Hängebälgladen (Michaeliskirche Hamburg), Taschenladen ( das am meisten verwendete System nach 1910. Ich denke, dass in den 20-30er Jahren hier in Europa kaum nennenswerte Instrumente mit anderem System bei Walcker gebaut wurden)  und diese Membranladen.

Oscar Walcker war da sehr flexibel. In Kairo (1912) finden wir Hängebälgladen, in Mittel- und Südamerika sind es bis zum Ende der 50er Jahre fast immer Kegelladen. In vielen Orgeln vor dem I.WK finden wir (Namur) diese Membranladen. Und in Bukarest (1939) haben wir neben den hauptsächlich verwendeten Taschenladen im SW Kegelladen, die am Ende seiner Laufbahn von Oscar Walcker als das optimalste System bezeichnet wurden.

Hier Fotos von den Balgbrettchen, wie in den obigen Zeichnungen angedeutet:

 

Diese Lade hier in Bovesse hat ihre Probleme nicht hauptsächlich wegen den Ventilen in der Windlade sondern wegen den Bälgchen im Spieltisch und unter den Windladen.

Walcker hat bei den Windladen ein Spielbälgchen, das mit geringerer Kraft ein kleines Ventil öffnet, das das Ladenbälgchen öffnet, welches wiederum ein Ventil bewegt das den Membranen den Saft entzieht. Mit diesem frischen Wind wird mehr Kraft freigesetzt und der feste Andruck dieses Relaisbälgchens ist für schnelle Repetition wichtig.

Die Membranlade von oben nach abgebauten Stöcken

Wir sehen von rechts an das Gedeckt 8′, das als Transmission im Manual und Pedal verwendet wird, dann die Relaiskanzelle wie oben gezeichnet, dann die Membranen für das Gedeckt 8′ des Manuals.

Dann haben wir noch einige Arbeiten an dem Spieltisch begonnen, der dafür, dass es sich nur um einen einmanualigen Spieltisch handelt, ganz schön kompliziert von hinten ausschaut. Ein paar Erklärungen befinden sich auch hier zum näheren Verständnis.

 

Ein großer Nachteil der pneumatischen Steuerungen aus Orgeln, die über hundert Jahre alt sind, sind die Materialermüdungen der Bleirohre. Um an die Ventile oder wie hier an die Pedalrelais überhaupt hinzukommen, müssen erhebliche Bleirohre ausgebaut werden. Und da fängt das Problem an, dass beim Ausbau schon vereinzelte Rohre in den Rohrleisten abbrechen werden.

Es gibt heutzutage allerdings die Möglichkeit gute und exakt passende Messing- oder Kupferhülsen zu bekommen, die man über die Bleirohre ziehen kann.

Völlig unmöglich ist es natürlich eine solche Arbeit mit Kunststoffschläuchen, wie es hier geschehen ist, durchzuführen. Dieses Material verändert sich bei gediegener Wärme dramatisch und verhindert oft damit, dass der Wind ausreicht, weil der Querschnitt minimiert wird. Ganz abgesehen vom ästhetischen Standpunkt.

gwm

 

 

 

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Walcker-Orgel Opus 1444 aus Reinoldi wieder daheim im Reich

 

Es ist immer ein unheimlich beglückendes Gefühl eine Walcker-Orgel mit Baujahr vor den zwei Weltkriegen in die Finger zu bekommen.

So geschehen mit der Orgel Opus 1444, die 1908 nach Dortmund Reinoldi eingebaut wurde und die bereits zwei Jahre später im belgischen Bovesse nahe Namur ihre Heimstatt gefunden hat.

Zunächst hatte man das 4 registrige Werk auf die Westempore gestellt, dann 50 Jahre später fand sich das Instrument unten rechts neben dem Altar wieder.

Diese Umstellung hat der Orgel zweifellos geschadet. Wir haben es hier mit einer Membranladenorgel zu tun, bei der wichtige Detailnachlässigkeiten zu großen Problemen führen können.

Walcker hat nach dem I. WK keine Membranladen mehr gebaut, wahrscheinlich hatte man die Empfindlichkeiten solcherlei geformter Laden bald satt.

Hier die Dispo der Orgel:

I.Manual C-g“‘

      1. Principal 8′
      2. Gedeckt 8′
      3. Salicional 8′

Bass Melodie Koppel

Superoctav Koppel Manual

Tutti

Pedal C-f‘

      1. Subbass 16′

Manual / Pedal

Und hier ein schöner einfacher Aufbauplan:

Eine  angemessene Gesellschaft war beim Abbau zugegen, weswegen wir hier ein prächtiges kleines timelap-video erstellen konnten. Jetzt steht die Orgel in unserer Werkstatt und soll bereits in vier Wochen wieder an einen etwas optimaleren Orgelplatz in der Kath. Kirche in Bovesse zurückgeführt werden.

Ja. und hier noch ein paar letzte Bilder vor der Abfahrt:

 

und da stand noch einer an der Tür, als die Kiste voll beladen war:

gwm

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Orgelbauer auf Abwegen von Asien nach Afrika

Noch nicht einmal ganze drei Tage Ruhepause aus einer Rückkehr aus San Salvador und schon warteten gepackte Koffer auf die Reise nach Libanon, Kairo und Alexandria.

Eine schwierig zu kalkulierende Reise, die aber sehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte dank der Mithilfe der Leute in der Seemannsmission in Alexandria und der starken Unterstützung von Seiten der Pfarr-Eheleute in der Deutschen Evang. Gemeinde in Kairo.

Dieser Blog sollte eigentlich in Form einer Bildgeschichte geformt werden, ich hoffe, nicht allzu viele Wortbeiträge eingebracht zu haben und versuch mal eine etwas kalendarische Gliederung:

SAMSTAG 08.Dez. morgens um drei Uhr lieg ich endlich im Bett in Khirbet, Bekaa-Delta, nach einer anstrengenden Fahrt. Die Wartung der Orgel in der Schnellerschule steht an. Alles kein großes Problem, außer dass es unheimlich kalt im Tal ist. Einige Kleinigkeiten sind zu regulieren, ein paar Pfeifen nachzustimmen. Die Oboe komplett. Wasser ist durchs Dach in die Orgel temporär eingedrungen. Auch hier wird die Schulleitung Maßnahmen ergreifen. Am Ende der Arbeiten übergibt mir George Haddad Jahreshefte der Schneller-Schule in der die Orgel im Mittelpunkt steht und ausführlich gewürdigt wird. Prima gemacht das Büchlein:

MONTAG 10.Dez. morgens um 10 Uhr geht es weiter mit einem der besten Taxidriver den der Libanon aufzubieten hat nach Beirut, wo ich mittags 13 Uhr in der Deutschen Evang. Kirche die Wartung der Boschorgel zelebriere. Ein neuer Pfarrer ist da. In wenigen Sätzen ist alles geklärt.

DIENSTAG 11.Dez. morgens um 8:30 wird die Rieger-Orgel in der National Evangelic Church inspiziert. Als erstes reicht man dem Orgelbauer auf der Bank einen gründlichen Cafe arabischer Art. Erst denken, dann arbeiten.

Auch diese Orgel ist mustergültig in blendender Form. Einzelne Streicherpfeiflein müssen in Ansprache korrigiert, die Zungen gestimmt, der Motor geölt werden. Alle Funktionen wurden überprüft. Besprechung mit Pfarrer und Büroleiterin. Alles spricht perfekt Englisch.

MITTWOCH 12.Dez. Wieder morgens um 6Uhr gehts mit einem schon bekannten Driver zum Airport Hariri. Jetzt Abflug nach Kairo. Dort erwartet mich bereits der Hoteldriver. Um 16 Uhr holt mich der Pfarrer der Deutschen Evang. Kirche ab, um gemeinsam zur Kirche zu fahren und die Orgel, die wir vor 6 Jahren gerichtet haben anzusehen. Mich trifft fast der Schlag beim Einschalten des Motors, der extrem laute Geräusche von sich gibt. Mir scheint klar zu sein, dass das Lager der Welle oder die Welle zum Windrad selbst defekt ist. Nur einen Tag hab ich für diese Orgel eingeplant. Jetzt wird telefoniert und wir erhalten die Zusage, dass das Ding am morgigen Donnerstag gerichtet wird.

 

DONNERSTAG 13. Dez. Pünktlich um 16 Uhr wurden der neu gelagerte Motor wieder eingebaut. Das gab mir Gelegenheit die ganze Orgel bis spät abends klanglich und von der Stimmung etwas auszugleichen. Da am morgigen Freitag um 10 Uhr ein Gottesdienst eingeplant war, konnte ich so sicheren Mutes dem Pfarrer berichten, dass alles ok ist.

FREITAG 14.Dez. Um 10 Uhr Abfahrt am Hauptbahnhof Kairo nach Alexandria. Kostet erster Klasse gerade mal 5 Euro. Echt toll, schöne bequeme Sitze und viel Platz. Zwischendurch kommen Zeitungsverkäufer, Getränke werden verkauft und neben mir sitzen zwei Frauen, die offensichtlich Deutsche Sprache lernen und denen ich ein paar Tipps geben kann. Die Landschaft ist wüstengleich, aber mit Obstplantagen und langweiligen Backsteinhäusern bestückt, die zum größten Teil nicht oder nur teilweise bezogen sind. 13Uhr 30 holt mich der Leiter der Seemannsmission ab, wir gehen zum Seemannsheim, dort hat seine Frau ein Mahl bereitet.

Wir haben 15 Minuten Zeit, dann wartet der Bischof von Afrika in einer Kirche auf uns. Die mechanische, englische Orgel macht einen guten Eindruck auf mich. Ich werde ihn weiter beraten.

 

Im Dauerlauf nun zur Schweizer Kirche, wo eine Steinmeier-Orgel ihr Delirium abfeiert. Kaum Hoffnung dieses sicher klanglich großartige Instrument in einen wesentlich besseren Zustand zu verbringen.

      

Dann wartet eine Furtwängler & Hammer Orgel mit schönem Gehäuse und totaler Unspielbarkeit auf uns. Holzwurm und Termiten gaben ihr wohl den Rest. In dieser schönen Kirche findet leider nur noch einmal in der Woche eine Bibelstunde statt – damit wars das hier.

 

Wir kommen nun noch an die Balbiani-Orgel aus Milano, die zwar ein paar unartikulierte Töne im ersten Manual von sich gibt, und was einigen Anhängern die Hoffnung zur leichten Wiederherstellung gab, aber das Instrument ist extrem billig gebaut und somit nur unter extremen Kosten wieder lebensfähig. Da gab es manche Träne, als ich kein weiteres Interesse zeigte, hier noch gründlich in die Diskussion einzusteigen.

 

SAMSTAG 15.Dez. Der Dauerlauf durch Alexandria hält an. Wir besuchen viele Sehenswürdigkeiten. Da werden einige Kilometer abgewatscht bis wir endlich in ein größeres Schulgebäude geführt werden, wo die 33 Register große Walcker-Orgel vorgefunden wird. Ein Instrument von Anlage und Spieltisch fast identisch der Orgel in Cartago. Hier zeige ich dem Direktor mehrere Bilder aus der damaligen Restaurierung. Vor allem habe ich darauf hingewiesen, dass durch die jetzige Arbeit eines Helfers erhebliche Schwierigkeiten beim Pfeifenwerk entstanden und weiter zu erwarten sind. Vielleicht hilfts. Wir werden ausführlich mit einem Kostenanschlag auf diese Verstümmelungen hinweisen. Leider ist auch hier Insektenbefall festgestellt worden, was zu gewissen Unwägsamkeiten bei der Kalkulation führen wird. Aber man konnte etwa 6-8 Register im I.Manual ziehen und teilweise spielen. So dass wir hier eigentlich die einzig spielbare Orgel in der Stadt haben.

 

In der Katharinenkirche befindet sich eine Kaufmann-Orgel, die so verdreckt war, dass ich dem Pfarrer sagen musste, bevor ihr hier nicht das Gröbste weggeputzt habt, hat es keinen Sinn, dass wir an eine gründliche Ausarbeitung einer Arbeit denken können. Das hat ihn etwas bedrückt und wir haben anschließen auch ein paar Gespräche drüber geführt. Aber das sind eigentlich keine Aufträge nach denen man sich die Finger leckt.

 

SONNTAG 16.Dez. Nach einem schönen runden Frühstück wurde ich per Auto auf der besten Autobahn Afrikas nach Kairo transportiert. Unterwegs zum Pinkeln in einer Moschee ausgestiegen, dann kam uns auf der 8ten Spur ein Maultierfuhrwerk entgegen. „Ganz normal“ sagte der Fahrer. Auch wenig später als ein Motorradfahrer mit seinem selbstgebastelten Gefährt 3 oder 4 Leute darin transportierend ebenfalls gegen die Fahrtrichtung auf der 8spurigen  fuhr, gab mir das sehr zu denken. Alle 4-5km stand eine Moschee da zum Rasten. Die waren hübsch, aber der grässliche Gestank aus den Toiletten, der ging mir bis heute nicht mehr aus der Nase.

Um 13Uhr war ich wieder an der Walcker-Orgel in Kairo und konnte mich versichern, dass das Instrument ohne jegliche Probleme arbeitet. Die Vox humana im Fernwerk wurde zum letzten Mal gestimmt bevor das Werkzeug zusammen gepackt wurde. Rund 8 km bin ich an dem Tag durch Kairo gelaufen, war echt spannend. Und kein Mensch sollte jemals sagen, dass man sich in Kairo  bedroht fühlen sollte. Es ist und bleibt die größte Stadt mit der geringsten Kriminalitätsstatistik – immer noch, und das spürt man.

MONTAG 17.Dez. um 6Uhr ging die Rückreise los, mit einem altbekannten Taxiface. Gegen 19Uhr war ich dann endlich wieder in Bliesransbach. Endlich mal wieder Nachrichten im ZDF oder ARD sehen, welch ein Traum.

Ein Wahnsinnstrip. Gute Leute kennen gelernt, gute Instrumente gesehen, die wieder mal einen Stupser brauchen – und Afrika, Asien, da hat man einfach einen uralten Geschmack auf der Zunge nach Antike, nach urtümlicher Kultur ……, ja wisst ihr überhaupt, dass die Orgel des ehrwürdigen Technikers Ktesibios im 3. JH vor Chr. in Alexandria erfunden wurde? …. jetzt gehen die Lichter auf, wie dieser Kontinent einst die Quellen Europas gespeist hat.

gwm

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San Salvador (11) letzter Beitrag

Hier nun unser vorerst letzter Beitrag mit einem kleinen Video „letzter Tag in  San Salv“ wo unmittelbar ein Salvadorianer mich auf der Straße begrüßt, den ich wohl noch nie gesehen habe.

Es wir bald ein paar Aufnahmen geben, aber das bisher aufgenommene Material ist einfach zu schwach, als dass es hier gezeigt werden könnte.

Morgen früh um 3:30 geht die Rückreise los nach Old Germany. Geplant sind mal so rund 25 Stunden und  total andere klimatische Verhältnisse, wie man oben sieht.

es grüßt Euch alle,

gwm

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San Salvador (10) die letzte Pfeife

Und das waren die härtesten Brocken: die massiven Eichenpfeifen des Subbaß 16′ hatten durch Regeneinbruch am meisten gelitten. Sie waren irgendwann einmal in ihrer 66jährigen Geschichte durch Feuchtigkeit und darauf folgende Trockenzeit, auch andere Einflüsse derart verformt, dass keine einzige der 30 Pfeifen mehr irgendeinen Ton von sich gab, der mehr als ein furchtbares Röcheln erahnen ließ.  (Vielleicht hat man hier auch den Begriff der „Wasserorgel“ allzu wörtlich genommen).

Hier ein Bild, wie es im Jan.2017 mit dem Subbaß aussah, teilweise waren 5mm breite Risse in den großen Pfeifen, darunter der heutige Zustand 

Nun endlich konnten wir dank gründlicher Überarbeitung durch Alex vermelden, dass alle Pfeifen wieder sprechen. Auch die Windlade des Pedals war durch ähnliche Einflüsse derart aufgerissen, dass der ursprüngliche Winddruck von über 80mm WS nur weit unter die Hälfte der Messwerte erreicht werden konnte. Also auch hier war eine gründliche Überarbeitung angemessen.

Dann war es soweit, am Freitag den 23.11. konnten alle Pfeifen eingebaut und dem Pfeifenwerk der übrigen Orgel angemessen werden. Das C  des Subbaß, mit einem Gewicht von über 40 kg, war nicht einfach durch die Restöffnungen der Orgel zu dirigieren. Aber wie froh waren wir, als diese Pfeife einen satten sauberen Grundton von sich gab, der richtig „Salz“ im Tutti der übrigen Orgel beisteuerte. Diese Mensur des Subbaß und das Eichenholz, die rund 80mmWS das sind schon ganz andere Sachen, als die Subbässe der hierauf folgenden Positive.

Die komplette Technik der Orgel, es handelt sich um eine elektro-pneumatische Kegellade wurde gründlich überarbeitet, mehr als 40 Hebelmagnete mussten ersetzt werden, weil mehrere Spulen durchgebrannt waren, oder weil einfach Metallteile so stark oxidiert waren und abbrachen.

Hier also die Orgel in Panoramastyle, das Pedal auf der rechten Seite muss man geistig dazu addieren:

Dann konnten wir endlich auch die letzten blinden Prospektpfeifen einbauen und die Leiter, wie man sie hier noch sieht konnte entfernt werden. Nun gibt es noch eine Art befenstertes Maulwurfsloch, durch das man die Orgel betreten kann, das aber für Wartungen ganz ok ist.

Der Spieltisch hat nun seit 30 Tagen gezeigt, dass die erfolgten Maßnahmen an Kontakten und ästhetischer Bewahrung sich bewährt haben, hier zwei Bilder, die seine Metamorphose zeigen:

Nun fehlen nur noch wenige, aber wichtige Elemente, die Orgel in den finalen Zustand zu überführen, eine gründliche Stimmung, ein Organist der mehr als aufpoppende Folklore darbietet, und Ausdauer von Seiten der Gemeinde, diesen neuen Klangkörper ihrer Gemeinde näher zu bringen. An den letzteren Dingen zweifle ich, bei der sehr bescheidenen Begeisterung, die bisher in Sachen Orgelmusik von seiten der Kirchengemeinde gezeigt wurden.

Hier ist unsere ganze Hoffnung an den Aktivitäten der Deutschen Botschaft festgemacht, die mit Botschafter Finke und Konsul Eichler eine  starke Initiative entfaltet haben.

Am vergangenen Mittwoch waren wir in der Residenz zum Mittagessen mit dem Botschafter und seiner Frau geladen. Das war schon eine angenehme Atmosphäre und schöne Stimmung, die wir nicht schnell vergessen werden. Es wurde vereinbart, dass am kommenden Freitag der Botschafter mit Team in die Kirche zum finalen Presseauftakt erscheinen wird, wo die Orgel dann über allerlei Medien der Bevölkerung vorgestellt werden soll.

gwm

 

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San Salvador (9) Metaphysik am Rande des Vulkans

So sehr die Orgel als Symbol für die Ewigkeit herhalten kann, so sehr auch bemerken wir den Verfall und das Ausgeliefertsein dieses Instrumentes an die Zeit. Übrigens handelt es sich hier um die grundsätzlichen Auseinandersetzungen der abendländischen Philosophie, die festgemacht sind in den Begriffen „Sein“ (Platon) und „Werden“ (Heraklit).

Endlich, endlich hat uns das Instrument, an dem wir seit mehr als 8 Wochen herumschrauben, seine grundsätzlichen Klangwerte geoffenbart, und es kann gesagt werden, dass wir gründlich erstaunt waren, als zum ersten Mal das Prinzipalpleno: Prinzipal 8′, Oktave 4′ Mixtur 2′ 3-4fach in halbwegs stimmungsvollem Ton hören konnten.

Diese Pleno konnten wir auch unserem Ehrengast, Herrn Botschafter Bernd Finke, dem Initiator der Orgelrestaurierung, vorführen. Ja, und der war nachdem er sich das Ganze auch unten im Kirchenschiff anhörte, restlos von dieser Einlage begeistert. Vorher war bereits Konsul Eichler an der Orgel, ein Mann der die ganze schwierige Organisation mit dem Auswärtigen Amt durchgeführt hat. (Bild darunter)

Ein großes Problem stellte für die Arbeiten für die ja nur 10 Wochen Arbeitszeit eingeplant werden konnte, die starke Feuchtigkeit der Luft in der Regenzeit und die darauf folgende Trockenheit dar. So hatte ich ein Brett des Registerkanals im Schwellwerk prophylaktisch an einem zarten Riss mit Lederstreifen gesichert. Zwei Wochen Trockenzeit reichten, um das Brett mit einem Riss von 5mm Breite von vorn bis hinten zu trennen. Und das bei einer 65 Jahre alten Orgel.

Nun also sind bis auf den Subbaß alle Pfeifen eingebaut. Hier auf diesem Bild die Pfeifen des Schwellwerks, von vorne nach hinten: Basson (kommt klanglich nahe an eine Oboe, Harmonia aetheria 2 2/3 – 2 – 1 3/5 äußerst zart intoniert mit einem stählernen Strich, Flauto 4, hier sieht man die doppelte Länge ab c‘, ist klanglich eine Traverslöte, Nachthorn 8 wahrscheinlich Rössler-Mensur, Vox coelestis auf Schwebung zur Viola 8 gestimmt. (Bild links)

Das rechte Bild des Hauptwerks zeigt uns die Mixtur 2-1 1/3 – 1, Oktave 4′ und Bordunpfeifen. Mit dem schmalen Stimmgang ermöglicht durch ein Eichenbrett und Deckel der Relais, ist größte Vorsicht angesagt. Mehrere Mixturpfeifen waren durch Vorgänger plattgewalzt. Hat aber den Vorteil, dass man das Brett rasch ausbauen und dann bequem an die Magnete kommt. Die großen Pfeifen sind aus Zink, was dem Klang eine gewisse unterschwellige Schärfe gibt, die aber in diesem Raum durchaus erwünscht ist.

Natürlich gabs auch wieder Ausflüge, hier zunächst mal unser Vulkanotrip-Team und daneben ein Bild mit José und Sohn auf den Planes de Ronderos, wo man eine Aussicht auf ganz San Salvador samt eigenem Vulkan hat.

  

Dass die Hauptstadt des Mord-und Totschlags mit dem Namen des Heiligen Erlösers gesegnet ist, das ist eine Besonderheit, die mich eher an einen urtümlichen Aberglauben, als an ein Heilsversprechen erinnert. Hier ein kurzer Auszug aus einem Spaziergang durch die abendliche Innenstadt, von dem aber von allen westlichen Botschaften weitgehend abgeraten wird.

gwm

 

unmittelbar nach Erscheinen dieses Artikels ist der Vulkan Fuego, von hier aus etwa 250km entfernt, wieder ausgebrochen

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San Salvador (8) das Ende erscheint am Horizont

Blanker Sonnenschein, Mayakultur, Pazifik, viel Fisch, viel Fleisch… so stellt sich die vergangene Arbeitswoche dar, die mit einem „überraschenden“ Besuch in La Libertad an der Pazifikküste heute endete. Morgen gehts dann zum Weltkulturerbe der Mayas, das durch einen Vulkanausbruch in Erstarrung der Lavamassen erhalten blieb.

Und unsere Orgel, sie zeigt nun Kraft und Fülle genug die Basilika mit ausreichend Klangvolumen zu sättigen. Das hat mich in ungeheure Ruhe versetzt, denn ursprünglich war unklar, wie 13 Register dieses doch ganz passable Kirchengebäude unter akustisches Feuerwerk  setzen sollen.

Wir beginnen hier mit dem Wochenende in La Libertad, das der Organist José Maria Castro durch seine Bereitschaft, uns dort hin zu fahren, leicht ermöglichte. Das Wetter war optimal, wie übrigens die ganze Woche. Wenn Regen fällt, dann dezent nachts, wo man nicht gestört wird.

José und gwm am Pacific (Blickrichtung Fukushima, JP)

Die Basilika von der anderen Seite der Panamericana fotografiert, lässt oben links unsere Werkstatt erkennen, die mit zwei Zeltdächern gezeichnet ist.

Arbeitstechnisch haben wir nun alle Register fertig und intoniert, bis auf Mixtur und Subbaß. Das wird die kommende Woche erledigt. Danach wird 3 Tage gestimmt und mögliche technische Vorkommnisse werden bereinigt. Vielleicht bleibt dann noch Zeit, Chichicastenango, Antiqua, Atitlansee oder andere Unternehmungen abzuhandeln.

Wer täglich gefühlte tausendmal die Orgel rauf-und-runter spaziert ist, der ist froh, wenn ihn mal die Sonne anblinzelt, auch wenn die Temperaturen gut über 30 Grad auf unserer Empore sich aufgeladen haben und ewiger Sommer doch kein paradiesischer Zustand ist.

Die Pfeifen werden vom Standplatz aus über Niederdrücken der Magnethebel angesprochen, hier im Bild wird gerade der Bordun 8′ gestimmt, rechts dahinter die Dulciana 8′, C-H mit Spanischer Kröpfung, d.h. ganze Länge:

Da überraschte mich auf einer Pfeife der Dulciana die Inschrift „intoniert Eck“. Ein Großonkel, den wir Kinder in den 1950er Jahren sehr oft besucht haben, weil es dort sehr gemütlich zuging und Eck ein begeisterter Bastler mit Pfeifenmaterialien wie Kupferbleche, Zinn und anderem war. Das hat er uns in seinem Haus mit großer Freude gezeigt.

Der Prinzipal 8′, ein Großteil der Pfeifen steht im Prospekt aus Zink, hat eine enorme Wirkung im Kirchenschiff. Mit der Superkoppel reicht das Register allein aus, gravitätisch Orgelmusik darzustellen. Leider haben die ganz großen Pfeifen durch die langen Zinkkondukten etwas reduzierte Ansprache. Aber eigentlich merkt man es kaum. Es ist schöner Klang, der allerdings einige Kraft kostete, um alle Pfeifen im gleichen Maße „schwätzen “ lassen zu können. Wer das C einige Male am Kern bearbeitet hat, weiß, dass die Pfeife ihr Gewicht hat.

Nur eine einzige Pfeife auf diesem Bild ist blind, die kleinste, ganz rechts. Dann kommen noch die anderen Blindgänger auf der linken Seite, was unseren Orgeleingang zur Zeit darstellt.

Jetzt haben wir also auch noch die Oktave 4′ eingebaut und intoniert, zusammen mit dem Principal 8′ und der Super I ist das schon beachtlich.

Die Dulciana macht mit dem Bordun 8′ ein gutes Stück Orgelromantik her, der Sinn dieser Disposition leuchtet allerdings nicht ganz ein, weil die Klangdifferenz bei diesen wenigen Registern einfach zu groß ist. Das II.Manual klingt komplett mit Sub und Superkoppel wie ein weit abgehobenes Fernwerk gegen ein Hauptmanual. Also dieser Zustand nach einer entschiedenen Klangverstärkung.

Nun wir werden hier wenig JSB hören, dafür mehr die popularen Strömungen des mittelamerikanischen Microphonen-Barock und vielleicht verirrt sich hier und da ein US- oder Euro-Spieler. Ich hoffe, wir können die Deutsche Botschaft dazu überzeugen.

Jetzt nochmal zurück zum Urlaubstag in La Libertad- Umwerfend die Fischverkäufer, ich glaube nach diesem Besuch keinen Fisch mehr verspeisen zu können:

 

aber das Meer strahlt auch ohne Fukushima, nämlich sehr viel Ruhe und Gelassenheit aus:

gwm

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