Unsere Anzeige im ARS ORGANI 4/2017

Nach zwei Jahren habe ich mich wieder mal entschlossen eine neue Anzeige im ARS ORGANI-Heft zu inserieren. Mit solch einem Inserat will man mit zwei Worten auf die Tätigkeiten der letzten Monate hinweisen, mehr nicht. Keinesfalls bin ich ein Freund dieser Gesellschaft, noch weniger ein Befürworter der textlichen oder bildlichen Aufbereitung von „Orgel“, welche dann plötzlich als das wichtige Element im Raum steht, während so genannte Orgelfreunde schon jahrelang keine „richtige Orgel“ mehr gehört haben. Diese Form der „Orgelkultur“ ist etwas für Zuspätgekommene, die weder als Orgelspieler noch als Orgelbauer in der Lage sind dem Instrument etwas zu geben, das die Gegenwart erhellt. Aus diesem Grunde ist es mir verwehrt das inflationär gebrauchte Wort über Orgel, wie zum Beispiel auf http://www.walcker-stiftung.de überhaupt an mich herankommen zu lassen. Wo Wissenschaft das Hören und Stille-Sein behindert mit Marktgeschrei und Klugscheisserei, da wird es Zeit, dass man die Zelte einpackt und beiseite geht.

Hier unsere Anzeige für die Weihnachtsausgabe 2017

(der Witz ist, die im Hintergrund unterlegte Europa-Karte zeigt oben links Schottland und unten rechts den Libanon)

und hier die aus 2015

(hier ist auch eine Karte unterlegt und zwar Mittelamerika, in der Mitte unten ist es Costa Rica)

ich grüsse Euch,

gewalcker@gmail.com

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Orgelmeistertreffen in Lauffen bei Rensch

Vergangenes Wochenende haben sich Orgelbauer aus dem Meisterkurs OB40 von 1976  bei Christhard Rensch in Lauffen getroffen.

Höhepunkt war neben Besichtigung der Werkstatt der Besuch der Kilianskirche in Heilbronn, wo seit rund 4 Jahren eine Rensch-Orgel ihr Dasein fristet.

Als Spätromantiker habe ich zwar eine etwas andere Klangvorstellung, als sie hier realisiert wurde, dennoch bin ich völlig vom Klang der Orgel positiv überrascht worden. Besonders erwähnenswert, der Prinzipal 8′ des Hauptwerks, der fundamentalen, warmen Grund bereitstellt. Auch Flöten und Gedackte waren zu hören, die großartige Klangmischungen ermöglichten.

Wie man im nachfolgenden Video hören kann, ist die Orgel in der recht leeren Kirche nicht unbedingt kraftlos. Insgesamt ein schönes Orgelerlebnis, dank dem Improvisator Max Offner, der das Instrument herrlich vorführte.

Es gibt noch eine Diashow mit 30 Quadratbildern auf: http://www.walcker.com/walckermagazin/werkbesichtigung-bei-rensch-lauffen-am-14okt17.html

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Reisebilder Libanon

Wir haben eine kleine Diashow (34 pics) auf unserer Internetseite eingerichtet. Hier zeigen wir ein paar exemplarische Bilder von unserer Fahrt nach Byblos (über 6 tausend Jahre altes Städtchen, das lebhaften Handel u.a. mit Papier trieb und so der papierernen Bibel ihren Namen gab).

Hier also die Sparvariante unserer Bildshow:

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Walcker-Orgel in Murrhardt abgerissen

Es gibt Geschehnisse im Orgelbau, da muss man dreimal hinhören, um den Sachverhalt überhaupt glauben zu können. So geschehen, in der schwäbischen Kleinstadt Murrhardt, wo man eine durchaus attraktive 40 Jahre alte Orgel in der dortigen Stadtkirche entsorgt hat, um den Eifer dreier von Eitelkeit hart getroffener Männer Platz zu machen. Spender, Stadtpfarrer und Sachverständiger, drei unverantwortliche Männer also, die den zukünftigen Problemen der christlichen Gesellschaft hier im Lande mit blinder Dummheit entgegensehen und sich für Konsumverhalten entscheiden, anstatt sich einmal die paar ersten Seiten der Lutherbibel vorzunehmen. Dort wird einem nämlich eine andere christlichen Ethik offenbart werden, als solch ein ökonomisches und ökologisches Verbrechen gegen den gesunden Menschenverstand.
Die von Bornefeld konzipierte Walcker-Orgel in der Stadtkirche in Murrhardt war ein klanglich herausragendes Werk, das die künstlerische Gestaltung Bornefelds in großartiger Weise Geltung verschaffte. Dies hat mir Bornefeld nach einem Konzert leidenschaftlich bestätigt.
Nun wird auf Kosten einer Leichtlebigkeit, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte, ein weiterer Orgelneubau in Gang gesetzt, nachdem die Walcker-Orgel erst vor 10 Jahren mit großem Aufwand erweitert und technisch umgestaltet wurde.
Eine Ungeheuerlichkeit. Wie lange lassen sich unsere christlichen Mitbürger solche Schildbürgerstreiche noch gefallen?

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Khirbet Qanafar: streichende Klänge, Violin und Salicional

und eine herrlich erfrischende hölzerne Rohrflöte.

Soweit sind wir gekommen, auch der Einbau der Oboe ist bereits erfolgt. Und wenn wir am Montag dieses Register intoniert haben und die Dulciana eingebaut haben, dann können wir die nächsten Tage sehr entspannt auf unsere Besuche in Byblos, der ältesten Stadt weltweit, und unseren Besuchen in Beirut entgegensehen. Denn dann sind wir mit Aufbau und Restaurierung unserer schottischen Orgel im libanesischen Khirbet fertig.

Es gab ja den berühmten Spruch des Fritz Walcker, um 1890 : „fertig ist man nie!“, der aus einer anderen Perspektive gesehen, das heideggersche „Sein zum Tode“ radikal verleugnete, und damit schon wieder gewisse Sympathien erweckt hat. Aber auch ist klar, dass die schwäbische Handwerkertradition, mit der die Firma Walcker weltberühmt wurde, unter einer totalen Unterwerfungsdisziplin stattfand, was dem „schönen Schein“ ein bitteren Beigeschmack gibt.

Lassen wir das, „das Schöne gibt es eben nie ohne Leiden“. Wir wollen hier in diesem Blog einmal eine ganz außergewöhnliche Fotografie zeigen, bei der, bis auf den Bourdon und der noch nicht eingebauten Dulciana, alle Register der Orgel gezeigt werden:

Von links nach rechts sieht man: Diapason 8 (Prospekt und Lade), Dulciana 8 (fehlt noch)  Stopped Diapason 8, Principal 4, Stimmgang, Oboe 8, Salicional 8, Violon Diapason 8. Stopped D8 und Dulciana sowie Salicional und Violon D 8 haben 12 gemeinsame Basspfeifen.

Dann haben wir ein kleines Video gemacht, bei dem zuerst der Violin-Diapason touchiert wird, spielen würde ich das Ganze noch nicht nennen, danach folgt der wesentlich zartere Salicional. Darauf wiederum ein paar frische, fröhliche Töne des Stopped Diapason (hölzernes Rohrgedackt, sieht man auf obigen Foto schön als zweites Register links).

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Khirbet-Qanafar: Arbeiten am Klang

Dieses relativ kleine Instrument fasziniert mit einem  wundervollen Violin-Diapason. Daneben gibt es einen Stopped Diapason, der als weites Gedackt beginnt und als hölzerne Rohrflöte endet. Dabei sind die Mischungsmöglichkeiten einfach großartig. Bisher haben wir den Principal 4′, den Diapason 8′, beide im I.Manual und besagtes Violin-Diapason 8′ im Swell vorintoniert.

Diese farbigen, warmen Klänge, die ihren Charakter vom Bass über die Mittellage bis zum Diskant wunderbar changieren, haben George so stark in Bann gezogen, dass er jeden Abend nun 2 Stunden an der Orgel spielt: „it is magic“, so seine  Beurteilung.

Wir sind nun gespannt, ob wir diese Woche noch die wunderschöne „hölzerne Flöte“, so würde das Stopped Diapason bei uns durchgehen, und die Oboe ins Schwellwerk reinbringen, um dann die Schwellwirkung und das Zusammenspiel mit dem Great zu demonstrieren.

Unvorstellbar so ein Projekt in Deutschland durchzuziehen, wo die Mathematiker am Rande der Orgel stehen mit Messgerät, Taschenrechner und ihre Excelllisten.

Es ist schade um diese schöne Orgelkunst, die im technischen Korsett und Industriegeschrei der Maschinen untergeht. Die reichen Kirchen in Deutschland haben sich mit Ihrem technokratischen Sachverständigenwesen wahrlich kein kulturelles Fundament geschaffen. Es ist längst Zeit endlich diese verquerten Strukturen zu reformieren, um wieder „das Kunstwerk Orgel“ atmen zu sehen.

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Khirbet-Qanafar Orgel vervollständigt

Endlich konnten wir heute unsere Orgel in mehrfacher Hinsicht vervollständigen: der Motor wurde angeliefert, unser Pfeifenprospekt mit vielerlei Bleikondukten konnten eingebaut werden. Das vollständige Werk wurde von vielen begeisterten Besuchern gewürdigt.

Nun also gehts in die Intonation von Principal 4′ und dann, mehr zögerlich als zügig an die weiteren Register. Danach werden wir mit George, dem Schuldirektor nach Biblos zu historischen Gründen des Landes geleitet.

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Khirbet-Kanafar, Libanon: jetzt wird’s lustig

Die erste Lieferung eines Rollventils ist eingetroffen, noch fehlt der Motor, der in Beirut seiner Verzollung harrt. Das ist hier in den Ländern des arabischen Raumes immer eine durchaus spannende Sache. Wir haben allerdings im Vorfeld die Deutsche Botschaft eingespannt und werden, sobald sich übliche Zeit-und Geldforderungen ins unermessliche steigern sollten, die Zusage vom Kulturattaché wahrnehmen und seine Hilfe beanspruchen.

An unserer Orgel hat sich einiges getan:

Ursprünglich war die Orgel in wahrsten Sinne des Wortes an ihrem ursprünglichen Holzboden in Tombae/Schottland festgenagelt. Hier nun, in Khirbet, wollen wir den schönen Fußboden nicht in Mitleidenschaft ziehen, weswegen Holzverstrebungen zum Gehäuse und Rost (Fundamentraster) mit Leisten verschraubt werden. Alle diese Holzkonstruktion einschließlich eines schallgedämmten Motorkastens können wir hier in der Schneller-Schule-Schreinerei anfertigen lassen.

Hier noch das Prospektpfeifenwerk, dass morgen oder übermorgen in die Orgel eingebaut wird.

Jetzt sind wir rund 3 Wochen im Land, das uns jeden Morgen einen knalligen Sonnenschein auf den Frühstückstisch wirft mit Temperaturen von 35 Grad Mittags bis ungemütlichen Nachttemperaturen von 28 Grad. Da bleibt oft keine Auge trocken und wenig Gelegenheit zum Träumen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solch stabile Wetterlage erlebt zu haben.

Jetzt hoffen wir, dass die Temperaturen langsam fallen und nachts wieder geschlafen werden kann.

 

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Rolls Royce in Khirbet Beqaa-Delta, Libanon

„Man sitzt hier wie in einem Rolls Royce“, gab mir George Haddad, Direktor der Schneller Schule in Khirbet zu bedenken, als wir endlich in einen technischen Zustand einbogen, der den gesamten Umfang unserer Orgel erkennen ließ.

Der Umstand, dass man hierzulande rasch Kulturgüter mit Verkehrsvehikeln assoziiert, liegt wohl darin begründet, dass die Gesellschaft im gesamten Libanon am „KFZ“ krankt. So erleben wir hier Verkehrserscheinungen, gegen die extreme Horrorschocker simpler Kinderkram darstellen.

So biegt ein vorausfahrendes Fahrzeug einfach auf die gegenüberliegende Straßenseite, um dort zu parken, ohne, dass es dort eine Parkmöglichkeit gibt. Oder es kommen dunkle Fahrzeuge ohne Licht bei dunkelster Dämmerung entgegen. Totalverschleierte Damen lustweilen auf solchen verfinsterten Straßen natürlich in pechschwarz, Panzerknackerbande-Style.

Also 30 Minuten Heimfahrt von einer benachbarten Stadt erzeugen so ganz am Rande das Gefühl bisher in einer der sichersten Welten gelebt zu haben und nun dem „Krieg, alle gegen alle per ausrangiertem PKW“ ausgeliefert zu sein. Was das Land dringend braucht sind Stoßdämpfer für VW, Opel und Mercedes aus den 1970er Jahren, damit endlich das ewige Schwimmen auf den holprigen Straßen aufhört, und man langsam das Gefühl loswird einen „Libanesen“ geraucht zu haben.

Politisch sieht es im Libanon so aus, dass die Armee mit der Hizbullah den Daesh (IS) weitgehend aus den Bergen hinausgedrängt hat. Das Problem ist nun, dass die Hizbullah, eine vom Iran gestützte Kampftruppe auch mit Libanesen besetzt, eine unberechenbare Gruppe ist, die vom Volk höchst argwöhnisch betrachtet wird. So  gibt es ganze Dörfer, sogar von hier nur 10 km entfernt, die von der Hizbullah besetzt sind und um die man einen großen Bogen machen soll.

Ungefährlich wird es in diesem Land so schnell nicht werden, aber dafür kommt jetzt endlich Orgelmusik, aahhhhhhhhhhh…., Johann Sebastian erhöre uns, Amen.

 

 

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Erste Orgelklänge in Khirbet-Qanafar, Libanon

Nur zum Regulieren und Austesten der Mechanik im I.Manual haben wir das Register Principal 4′ eingebaut. Natürlich  sind die Pfeifen weder intoniert noch gestimmt. Außerdem wir noch der Einbau eines neuen Motors vorgenommen, der über ein Rollventil an den Hauptbalg angeschlossen wird. Jetzt für diesen ersten Test gibt es nochmal den beruhigten von Hand erzeugten Wind. Wie gesagt, nur um die Mechanik zum Sprechen zu bringen, wurden die Pfeifen reingestellt, denn nach dem Einbau der II.Man.-Mechanik kommt man nicht mehr ans I.Manual.

Hier also unser erstes Video auf diesem Blog:

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